Projektbeispiele: Dorferneuerung

Projektbeispiel Dorferneuerung Aufseß, Heckenhof, Oberaufseß

Dorferneuereung Aufseß, Heckenhof, Oberaufseß

Bildergalerie Dorferneuerung Aufseß, Heckenhof, Oberaufseß

Die Vorbereitenden Planungen wurden von der Planergemeinschaft GEO-PLAN, Ingenieurbüro Fleckenstein (Landschaftsarchitektur) und Architekturbüro Veit Huber durchgeführt und 2014 abgeschlossen. Ortsräumliche Planung, Grünordnung und Dorfökologie wurden von Projektbeginn an integriert bearbeitet.
In Aufseß lebten 2012 insgesamt 537 Einwohner in 168 Wohngebäuden. Das Dorfgebiet folgt der Topographie und dem Lauf des Baches. Es ist in drei locker zusammenhängende Dorfbereiche bzw. Siedlungskerne gegliedert. Der Wandel  zu einem Wohnstandort ist deutlich ablesbar. Die Gewerbebetriebe liegen über das Dorfgebiet verteilt, meist in der umgebenden Wohnbebauung. Ein Gewerbegebiet außerhalb des Dorfes ist planerisch ausgewiesen, bisher jedoch ohne Ansiedlung. Ein landwirtschaftlicher Betrieb ist noch ansässig, ein zweiter Hof ist auf Pensionspferdehaltung spezialisiert. Es bestehen kaum ungenutzte landwirtschaftliche Nebengebäude (Scheunen oder Ställe).
In Heckenhof lebten 2012 insgesamt 38 Einwohner in 12 Wohngebäuden. Neben dem am Ortsrand liegenden Brauerei- und Gasthauskomplex des Kathibräu, sind in Heckenhof die vielen alten Scheunen bestimmend für die Ortsstruktur. Es gibt noch zwei landwirtschaftliche Betriebe, die übrigen Hofstellen dienen heute zum Wohnen. Drei Gebäude stehen leer.
In Oberaufseß lebten 2012 insgesamt 19 Einwohner in vier Wohngebäuden. Die Situation in Oberaufseß ist klar gegliedert in das Schlossareal und die unterhalb liegenden Gehöfte. Der Bestand ist gut genutzt, auch hier ist die Nutzung als Wohnstandort dominierend. Im Schloss gibt es Ferienwohnungen und Räume die vom „Fränkischen Theatersommer“ zu öffentlichen Aufführungen genutzt werden.

Projektdesign


Auftaktseminar
Zweitägiges Auftaktseminar an der Schule der Dorf- und Flurentwicklung in Klosterlangheim
Bestandsaufnahmen
Städtebauliche und funktionale Bestandsaufnahmen durch die Planer und die Arbeitskreismitglieder; Aufnahme von Werten, Mängeln und Strukturen durch die Planer.
Auftaktveranstaltung
Öffentliche Information. Arbeit an thematischen Arbeitsstationen, um Stärken und Schwächen aus der Sicht der Bewohner zu erfassen.
Ortspaziergänge
Ortsspaziergänge an zwei Tagen mit Bürgerinnen, Bürgern und Planern in den drei Untersuchungsgebieten.
Arbeitskreis Dorf
In sechs, konsequent aufeinander aufbauenden Sitzungen wurde ein Rahmenplan zur Dorfentwicklung erarbeitet. Das maßgebliche Leitprojekt „Neue Mitte Aufseß“ (siehe unten) mit neuem Bürgerhaus, Kindergarten, Gemeinschaftsräumen und ggf. Dorfladen wurde 3-D visualisiert, um eine Vorstellung von möglichen Kubaturen und deren Einfügen in das Ortsbild vermitteln zu können.

Jugendworkshop
Mit einem eigenen Workshop wurde die Dorfjugend in die Planung integriert. Der Workshop war gut besucht, in drei Gruppen wurden Stärken, Schwächen und Handlungsbedarfe der Dorfentwicklung aus der Sicht der Jugend erarbeitet.
Gemeinderat
Information des Gemeinderates über den Dorferneuerungsplan.
Bericht und Vitalitätschecks
Die Ergebnisse der Vorbereitenden Planung wurden zu einem fachlich integrierten Bericht der Ortsräumlichen Planung, Grünordnung und Dorfökologie mit priorisierten Projekten und Projekterläuterungen zusammengefasst. Für die Untersuchungsbiete wurden Vitalitätschecks erstellt.
Abschlussveranstaltung
Die Öffentlichkeit wurde durch das Amt für Ländliche Entwicklung, die Gemeinde und die Planer über den Dorferneuerungsplan und die nächsten Umsetzungsschritte informiert.
Förderprojekt
Im Mai 2014 wurden das Förderprojekt festgestellt, der Förderkatalog definiert und Fördermittel in Aussicht gestellt.

Leitprojekt „Neue Mitte Aufseß“

Dorferneuerung Aufseß, Heckenhof, Oberaufseß

Bildergalerie Neue Mitte Aufseß

Aus den Vorbereitenden Untersuchungen ergab sich die Entwicklung einer „Neuen Mitte“ für Aufseß als Leitprojekt. Derzeit liegen die zentralen Einrichtungen der Gemeinde (Haus der Gemeinde, Kindergarten) gestreut im Gemeindegebiet und bilden kein Zentrum aus. Zudem besteht bei beiden Einrichtungen ein erheblicher Sanierungsbedarf, dessen Kosten etwa denen eines Neubaus entsprechen. Im Arbeitskreis Dorf wurde zudem das Fehlen einer gemeinsamen Ortsmitte bemängelt. Durch die Verlagerung zentraler Funktionen (Kindergarten, Gemeindehaus, Bushaltestelle) an die Staatsstraße soll deshalb eine multifunktionale Neue Mitte herausgebildet werden:

  • Kindergarten, ggf. KiTa, Gemeindehaus, Spielplatz, Dorfplatz, öffentliches WC
  • Touristische Information (Infoboard), Bushaltestelle und Querungshilfe
  • Ersatz der Tautsbrücke nördlich des jetzigen Standorts (befahrbar für PKW)
  • Erlebnisfeld der Sinne, Erlebnisraum Wasser, Wasserlehrpfad, Kneippanlage

Damit verbunden ist eine mit Wasserwirtschaft und Naturschutz abgestimmte Renaturierung der Aufseß im Ortsgebiet. Die Realisierungschancen wurden durch eine Baugrunduntersuchung sowie durch eine modellhafte Berechnung des HQ 100 geprüft.

Weitere Projektbeispiele

Dorferneuerung Martinlamitz (Schwarzenbach a.d. Saale)